Grußwort vom VDP

Puppentheater, eine uralte, ewig junge Kunstform.
Die Nachbildung von Gesichtern oder Figuren, die Belebung von totem Material und ihre unmittelbare Wirkung auf den Betrachter wurde schon in grauer Vorzeit zu rituellen und religiösen Zwecken genutzt. Das erste überlieferte Dokument eines europäischen Handpuppenspiels stammt von 1344 und die Novelle „Pole Poppenspäler“, Namensgeber dieses Festivals, entstand 1874.

Jahrhunderte alt, und doch ist es dieser Kunstform gelungen, sich immer wieder neu zu erfinden und damit immer jung zu bleiben. Neue Spielformen werden erfunden, alte weiterentwickelt, unterschiedliche Traditionen neu gemischt und mit aktuellen Inhalten gefüllt. Das Theater mit Figuren ist immer ein Abenteuer. Man wird eingeladen eine fremde Welt zu entdecken, sich einzulassen auf Unerwartetes, auf neue Formen, Inhalte und Sichtweisen.
Und das gilt nicht nur für Sie, hochverehrtes Publikum, das gilt genauso für uns Puppenspieler. Jede Vorstellung ist anders, entsteht erst in dem Moment, in der jeweiligen Theatersituation und mit den anwesenden Zuschauern.
Darum ist ein so gut eingespieltes, sympathisches Festival, wie die Pole Poppenspäler Tage in Husum auch für uns ein Glücksfall.

An 10 Tagen im Herbst verwandelt sich die graue Stadt am Meer in ein kleines Puppentheaterparadies. Neben einem reichhaltigen, internationalen Theaterprogramm gibt es Museumsführungen, Vorträge und Stammtischrunden wo Künstler und Publikum ins Gespräch kommen können.

Die Pole Poppenspäler Tage in Husum – schon im 35. Jahr und noch immer jung, neugierig und lebendig.
Der VDP bedankt sich herzlich bei allen Verantwortlichen und wünscht, dass dieses Festival genauso jung noch sehr alt werden kann.

Matthias Träger
1. Vorsitzender
Verband Deutscher Puppentheater